Afrika Tour
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Dänu’s Forum und Reiseberichte

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Afrika Route
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Name: Elefanten Boys are back in town
Verschickt: 19.02.2010 0:14:34

Hier nun der letzte Bericht unseres Abenteuers.

Die Bilder dazu gibt es in Bälde.
Die nächste Zeit werde ich nun mit dem Filmaterial verbringen und so bald als möglich einen kleinen Vortrag zusammenstellen.

Kwaheri, Salam aleikum, good bye, Tschou zäme

Tömu

Bericht 14. Woche / Mo. 08.02.10
Gegen 11 Uhr erreichen wir Malta und legen wir im Hafen von Valetta an. Wir sehen uns die Altstadt vom Valetta an und gehen in Begleitung eines österreichischen Paares und zwei italienischen KTM Fahrern sehr gut und mit Messer und Gabel essen. Es ist noch immer angenehm warm bei Sonnenschein und ca. 15° Celsius. Abends um 22 Uhr sticht die „Splendid“ wieder in See mit Zielhafen Genua. Auf so einem Kahn kannst du nicht viel mehr machen als die Zeiten zwischen den Mahlzeiten zu überbrücken. Diese werden uns nämlich aufgrund des Umweges und der damit verbunden zeitlichen Verzögerung gratis serviert. Allerdings ist das Menu bescheiden und die „Primi piatti“ bestehen durchwegs aus Teigwaren, was einigen tunesischen Passagieren sauer aufstösst und es im Restaurant zu tumultartigen Szenen kommt als einer der Gäste seinen Teller quer übers Buffet schleudert. Dänu startet daraufhin eine angeregte Diskussion mit einem anderen Tunesier, der gut deutsch spricht und sein Geld mit dem Transport allerlei Güter verdient, die er in Europa zusammenkauft und in seinem Iveco Lieferwagen nach Tunesien schleppt. Dieser stellt sich natürlich auf die Seite des Tellerschmeissers. Dänu ist damit aber gar nicht einverstanden und meint, schliesslich haben wir ja auch ständig eure Bohnengerichte ohne Murren den Hals hinuntergedrückt. Oje, das kann jetzt länger dauern. Ich verziehe mich dann mal in die Kabine.

Di. 09.02.10
Wir verbringen den Tag auf See. Kein Handy Empfang und der Videospiele-Salon ist auch geschlossen. Auch gibt es heute keinen Tellerschmeisser mehr. Also relaxen wir und lassen es Abend werden. Wir erreichen Genua gegen 22 Uhr. Nun kommt aber der italienische Zoll an Bord und die Passagiere stehen in Zweierkolonne vor dem Tisch bei der Rezeption. Jeder Pass wird wieder kontrolliert und abgestempelt. Eine Stunde später brausen wir in die kalte Nacht und suchen uns in der Nähe des Hafens ein einfaches Hotel. Poah, das sind wieder andere Preise hier. EUR 65 für ein Doppelzimmer sind wir uns nicht mehr gewöhnt.

Mi. 10.02.10
Um 08:30 sind wir wieder startklar und es geht los in Richtung Norden. Noch ist die Temperatur bei ungefähr 10° Grad und für uns durchaus noch angenehm. Nach den Steigungen der A26 in Ligurien ist aber fertig lustig. Es liegen gute 5-10 cm Schnee auf den Feldern und die Temperatur sinkt in Richtung Gefrierpunkt. Nach den ersten 100 Km entern wir durchfroren eine Raststätte und wärmen uns an einem leckeren Capucco. Dänu’s Elefant blutet wieder aus dem Ölfilter und die Vergaser frieren bei den klimatischen Verhältnissen ein. Wir werden die Bikes sachte nach Hause tragen müssen. Wir ziehen durch das verschneite Piemont und erst auf Höhe des Lago Maggiore scheint die Sonne zaghaft durch den Dunst und schenkt uns ein paar wärmere Kilometer. Iselle ist unser Ziel und liegt 25 Kilometer nordwestlich von Domodossola. Hier sollen die Bikes auf den Zug verladen und bis Kandersteg im Wagon bleiben. Das war der Plan aber den haben wir ohne die BLS gemacht, denn diese Route wird nur von März bis Oktober angeboten. Also heisst es in Brig wieder runter vom Zug und durchs Wallis hinunter und dann hoch nach Goppenstein. Auf dem letzten Kilometer wird es aber dann harzig. Es liegt Schnee auf der Strasse und wir tasten uns vorsichtig bis zur Verladestation vor. Der Motorrad-Waggon ist geheizt und wir wärmen uns bis Kandersteg wieder einigermassen auf. Dann geht es wieder hinaus in die Kälte. Die Strassen sehen hier aber nicht besser aus dafür geht es jetzt noch zusätzlich die Serpentinen runter bis Frutigen. Wir schleichen mehr als dass wir fahren bis hinunter zur Autobahn. Na klar, auch das noch: Ein Unfall in einem Tunnel vor Thun und die Polizei leitet den gesamten Verkehr über die Dörfer bis wir in Münsingen wieder auf die Autobahn können. Aktuell ist die Temperatur so bei – 4° und an den schattigen Stellen wie z.B. Unterführungen ist’s ganz schön rutschig. Die einfrierenden Vergaser mindern den Spass bei der Kolonnenüberholerei. Aber das ist noch nicht alles, denn 5 Km vor der Ausfahrt geht mir noch das Benzin aus. Zum Glück sind alle Kanister noch voll und so heisst es dann halt noch mal nachschütten. Um 17 Uhr erreichen wir Dänu’s Lieblings- Pup in Niederwangen und werden von Ivana, Küse und Zwahli herzlich empfangen. Danach geht’s noch zum Italiener auf eine Pizza (Es „Danke“ nomal an Zwahli und Küse). Die Strassen sind inzwischen spiegelglatt und es ist einer der unfallreichsten Tage dieses Winters. Ich entschliesse mich den Zug nach Zürich zu nehmen obwohl Moni bereits unterwegs ist, mich abzuholen. Sie kommt aber kaum vorwärts und kehrt vernünftigerweise wieder um. So hat unser Abenteuer ein gutes Ende gefunden und wir sind beide gesund wieder in unser gewohntes Umfeld heimgekehrt.

Mein Schlusswort:
Wie es Dänu bereits treffend in seinem Resumée ausgedrückt hat (s. Link Dänu’s Forum). Die Zeit verging wie im Flug und es kam nicht eine Minute Langeweile auf. Sicher, wir durften viele Eindrücke von Afrika mitnehmen und doch sind wir einfach nur durchgerauscht. Ich für meinen Teil könnte morgen wieder aufsitzen und die gleichen Länder noch mal bereisen. Dieser Kontinent bietet eine wundervolle, (noch) intakte Natur wie wir es nicht mehr kennen. Die Farben, die Kontraste und die schier unendliche Weite erscheinen uns als eine andere Welt in der Banalitäten für uns zur Attraktion werden. Zu den Highlights gehören die Begegnungen mit den Menschen, die ihr Tagewerk zur Hauptsache damit verbringen, ihre existentiellen Bedürfnisse zu befriedigen und dabei meistens einen glücklicheren Eindruck vermitteln als wir in den europäischen Industriestaaten. Es ist bereits heute schwierig, noch Urvölker in Afrika zu finden. Und wenn man sie findet, verdienen diese Leute ihr Geld meistens als Fotomodell für Touristen. In 60-80 Jahren ist die Infrastruktur dieser Länder möglicherweise auf unserem heutigen Level und diese Menschen werden den gleichen Preis dafür bezahlen wie wir und ihre urtümliche, freie Art zu leben aufgeben müssen. Wir haben von diesen Menschen viel gelernt. Uns wurde wieder einmal so richtig bewusst, dass vieles in unserer Welt so absolut unwichtig ist, was wir für erstrebenswert halten. Ich werde auf jeden Fall versuchen, einen Teil dieser Gelassenheit in meinen Alltag einfliessen zu lassen um Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. An dieser Stelle danke ich allen, die mich unterstützt haben, unseren Traum von Afrika zu verwirklichen. Insbesondere meiner Frau Moni, meiner Familie und meinem Arbeitgeber die mir viel Verständnis und Vertrauen entgegengebracht haben.
…Und Dänu, s’isch oberhammermegacool gsi mit Dir unterwägs z’si, Merci viumau!

Name: The Afrika Adventurers
Verschickt: 16.02.2010 0:43:44

Hoi zäme,
obwohl wir bereits am letztem Mittwoch über verreiste Strassen und durch die Kälte den Weg in die Schweiz zurückgefunden haben, hier noch die Ereignisse der letzten Wochen unserer Reise.

Neue Bilder (Ägypten + Tunesien) sind auch in den nächsten Tagen aufgeschaltet.

Bericht 13. Woche / Mo. 01.02.10
Es ist 8 Uhr und ich stehe wieder mal auf dem Flughafen und spähe nach meinem nächsten „Opfer“ für den gestern misslungenen Dokumententransport. Nach drei Fehlschlägen mit Antworten wie: „Oh nein, das ist mir eine zu grosse Verantwortung“ oder „Oh no, I’ll never do such Things!“, finde ich doch noch meine Kuriere in Form zweier junger Schweizer, die gerade in die Ferien fliegen. Dänu kann gerade noch nach meinem O.K. in den Zug hüpfen und wieder in Richtung Kairo düsen. Diesmal klappt es und wir sind also wieder im Spiel.

Di. 02.02.10
Die Papiere sind tatsächlich nun alle beisammen und mit 100 Stempeln versehen abgesegnet. Wir können den Transport nun endlich in die Wüste schicken. Mein Ticket kann ich nun auch definitiv für den Donnerstag buchen. Alle Papiere?...Nein! Ein kleines Problemchen stellt sich uns wie ein unbeugsamer Gallier noch in den Weg. Nun benötigen die ägyptischen Behörden noch eine Übersetzung meiner Papiere ins arabische. Nur…das amtliche Übersetzungsbüro befindet sich läppische 230 Km entfernt in Kairo. Dänu hat nun definitiv die Nase voll von den Spielchen der Behörden. Er schickt den LKW ohne Übersetzung zur Grenze.

Mi. 03.02.10
Der LKW soll heute also tatsächlich an der ägyptisch-libyschen Grenze eintreffen. So ist es dann auch. Der Zoll besteht dann tatsächlich auf einer Übersetzung der Dokumente ins arabische. Nach einigen Diskussionen und ein wenig Bakshish geht es dann doch. Der Transport setzt sich in Richtung Tunesien in Bewegung. Dänu macht sich auf den Weg nach Kairo.

Do. 04.02.10
Um 11 Uhr starte ich ab Zürich in Richtung Djerba. Nach einer Stunde Aufenthalt in Genf lande ich um 15 Uhr auf Djerba. Im selben Flugzeug reist eine schon altersmässig reifere Herrengruppe, die sich mit gemieteten BMW’s eine Woche im Sand der Sahara vergnügen will. Die Temperatur liegt bei angenehmen 18 Grad als ich in ein Taxi zur Busstation in Houmt-Souk steige. Als ich dem Taxifahrer mein Tagesziel nenne, macht er mich darauf aufmerksam, dass es ein Grand-Taxi gibt, welches vom Flughafen direkt nach Ras Ajdir fährt. So drehen wir wieder um und ich steige als einziger Fahrgast und damit auch einziger zahlender Passagier ins 9-plätzige Grosstaxi um. 130 Km später komme ich an der Grenze Ras Ajdir an und der Taxifahrer fragt mich, wo denn nun die Motorräder stehen. Als ich ihn aufkläre, dass der LKW erst im Laufe des nächsten Tages eintreffen wird schaut er mich nur erstaunt an macht mich darauf aufmerksam, dass es hier keine Übernachtungsmöglichkeit gibt. So fahren wir 30 Km zurück nach Ben Guardane. Dort quartiere ich mich im Hotel Kartage ein. Es ist ziemlich kühl geworden und im Zimmer gibt es keine Heizung. Ich muss mir also die Stoffdecke vom zweiten Bett noch obendrauf packen um nicht ins Schlottern zu kommen.

Fr. 05.02.10
So, nun warte ich also auf den LKW, der unsere Bikes zur Grenze zu bringen soll. Zuerst suche ich nach etwas Essbarem. Ich werde in einer Seitengasse fündig, denn hier gibt es in einer kleinen Imbissbude, sogenannte „Frikassees“. Das sind fettige Brötchen, gefüllt mit scharfer Sauce, Tunfisch, Oliven, und noch einige undefinierbare Ingredenzien. Aber ich muss sagen, das Zeug schmeckt lecker und so genehmige ich mir noch so ein Ding. Dann schnell einen Espresso gegenüber im Strassenkaffee bei noch kühlen 12 Grad. Da heute Freitag ist, sind viele Läden geschlossen. Das ist hier wie bei uns am Sonntag. Ich versuche aber dennoch ein Internet-Café oder so was in der Art zu finden. Es gibt an jeder Ecke zwar ein Publifon-Laden, hier stehen 4-5 Telefonkabinen und eine Dame sitzt mit der Kasse am Tisch. So wie bei uns vor 30 Jahren. Doch weit und breit kein Publinet. Doch dann stolpere ich nach einigen Irrläufen durch den Ort direkt in einen Internet-Schuppen und niste mich für die nächsten 4 Stunden gleich mal hier ein. Jetzt kann ich gleich die Fährverbindungen ab Tunis noch mal checken und die Berichte der letzten Tage schreiben. Ganze zwei Franken kosten mich die vier Stunden. Dänu meldet sich. Er ist unterwegs nach Kairo zum Flughafen. Der LKW mit den Bikes soll um 19 Uhr an der Grenze stehen. Also muss ich einen tauglichen Transporter organisieren, um die Motorräder an der Grenze abzuholen. Zurück in meinem kleinen Hotel frage ich an der Rezeption den Mann hinter der Scheibe, ob er jemanden kennt der für diesen Job in Frage kommt. Eine halbe Stunde später steht ein roter Abschleppwagen der „Africa-Assitance“ vor dem Hotel. Salem, der Fahrer bietet mir den Job für 100 TN an und wir einigen uns schliesslich auf 80 TN, was etwa CHF 65.- entspricht. Wir brechen um 18:30 zur Grenze auf. Dort angekommen versuche ich zu Fuss über die tunesische Grenze mich dem Lastwagen mit unseren Bikes zu nähern. Was leider nicht klappt, denn schon die Tunesier lassen mich nicht einfach so ausreisen. Immerhin erklärt sich einer der Jungs bereit nachzusehen, ob ein solcher Transporter auf der Libyschen Seite steht. Er kommt 15 Min. später mit seinem Vorgesetzen zurück, der mir freundlich erklärt, das die Ausreise des LKW’s aus Libyen nicht die Sache der Tunesier sei und er nichts für mich tun könne. Wenn dann die Taxe für den Übertritt bei den Libyern bezahlt sei, sehe die Sache wieder anders aus. Taxe? Welche Taxe? Ich rufe Atia, unseren libyschen Freund in Bern an der mir dann erklärt, dass er soeben mit dem Transpörtler gesprochen hat und der Chauffeur zu mir rüber kommt um die 300 TN für das Auslösen der Bikes bei mir abholt. Super, na dann mal zurück zu Salem und auf einen Mann mit weissem Bart achten, der die Grenze passiert. Tatsächlich treffen wir den Guten. Zum Glück habe ich Salem dabei, denn arabisch ist nicht gerade meine Stärke. Salem wechselt meine restliche Kohle in Libysche Dinar und wir drücken sie dem Chauffeur in die Hand. Nun heisst es warten. 1 Stunde, 2 Stunden und nichts passiert. Da… Der Chauffeur kommt wieder zu Fuss auf uns zu. Er fuchtelt mit einer Quittung (in Arabisch) herum und erklärt Salem, dass das Geld leider nur für einen Töff gereicht hat. Ich kriege die einen dicken Hals aber es hilft nicht. Zum Glück hat Salem noch Geld dabei und legt es für mich aus. Wir warten wieder und spähen aus dem Führerhaus von Salems Abschleppwagens zur Grenze rüber. Dänu ruft gegen 23 Uhr an. Er ist in Tunis angekommen. Die Züge seien schon alle weg und vor Morgen früh gehe gar nichts. Salem bekommt das mit und interveniert. Dänu solle zur Busstation fahren und dort den Minibus nehmen, der die Nacht durch fährt. Ich reiche das Telefon sofort Salem und Dänu drückt seines dem Taxifahrer ans Ohr. Um Mitternacht sitzt Dänu im Bus in Richtung Süden. Wir stehen noch immer vor der Grenze.
Salem hat uns Sandwiches und Getränke organisiert. Da sehen wir den Chauffeur wieder auf uns zukommen. Er hat zwar die Libysche Grenze passiert aber kann noch nicht nach Tunesien einreisen.
Wir dürfen zu Fuss bis zum Truck. Oh Mann, ich kann unsere Babys sehen und tätscheln. Nur mitnehmen geht noch nicht. Die Ladung ist als Warengut deklariert und kann deshalb noch nicht eingeführt werden. Mir reisst fasst der Geduldsfaden aber ich bleibe ruhig. Nach einer weiteren halben Stunde Diskussion mit dem Beamten muss ich die Segel streichen. Salem und ich fahren zurück nach Ben Guardane.

Sa. 06.02.10
Um 06:15 klingelt mein Handy. Dänu sitzt bereits gegenüber der Busstation beim Kaffee. Ich hüpfe in die Kleider und ins nächste Taxi. Nach fast drei Wochen treffen wir uns nun wieder hier im Süden Tunesiens. Nach einem kurzen Austausch der Ereignisse der letzten Tage und weitern zwei Kaffees, und einem „Frikassee“ in meiner Stammkneipe fahren wir im Taxi wieder zum Grenzübergang Ras Ajdir. Salem ist mit dem Abschleppwagen bereits vor Ort, denn ob das mit der Reparatur meiner Kupplung klappt ist ja noch nicht so sicher. Nun geht es rassig, denn wir erwischen den richtigen Beamten. Salem darf sogar zum Abladen mit seinem Schlepper in das Zollareal fahren um die Bikes mittels seiner verstellbaren Rampe vom Truck zu holen. Die Maschinen werden in unsere Pässe eingetragen und dann ist der Weg nach Tunesien frei. Ein paar Meter nach der Grenze befasst sich Dänu mit der durchgeschmorten Kupplung an meinem Elefanten. Der Austausch klappt und meine Kupplung funzt wieder. Wir rollen wieder. Schade eigentlich, dass wir auch durch dieses interessante Land einfach durchbrettern müssen aber die Zeit drängt und die Pflichten in Good Old Switzerland rufen. Um Mitternacht erreichen wir Tunis, checken im Hotel de France ein und fallen müde ins Bett.

So. 07.02.10
Nach einem Frühstück im Souk von Tunis geht es zum Hafen. Da eine Fähre wegen Motorschaden ausfällt, geht das nächste Schiff erst kurz vor Mitternacht und macht einen kleinen Umweg über Malta nach Genua. Also fast die doppelte Strecke und damit auch die doppelte Zeit. Das Schiff ist über 200 Meter lang und bietet Platz für bis zu 2200 Passagiere und für über 1000 Fahrzeuge. Am Montag erreichen wir gegen 11 Uhr Malta. Wir sehen uns die Altstadt vom Valetta an und gehen in Begleitung eines österreichischen Paares und zwei italienischen KTM Fahrern sehr gut und mit Messer und Gabel essen. Es ist noch immer angenehm warm bei Sonnenschein und ca. 15° Celsius.
Abends um 22 Uhr sticht die „Splendid“ wieder in See mit Zielhafen Genua. Auf so einem Kahn kannst Du nicht viel mehr machen als die Zeiten zwischen den Mahlzeiten zu überbrücken. Diese werden uns nämlich aufgrund des Umweges und der damit verbunden zeitlichen Verzögerung gratis serviert. Allerdings ist das Menu bescheiden und die „Primi piatti“ bestehen durchwegs aus Teigwaren, was einigen tunesischen Passagieren sauer aufstösst und es im Restaurant zu tumultartigen Szenen kommt als einer der Gäste seinen Teller quer übers Buffet schleudert. Dänu startet daraufhin eine angeregte Diskussion mit einem anderen Tunesier, der gut deutsch spricht und sein Geld mit dem Transport allerlei Güter verdient, die er in Europa zusammenkauft und in seinem Iveco Lieferwagen nach Tunesien schleppt. Dieser stellt sich natürlich auf die Seite des Tellerschmeissers. Dänu ist damit aber gar nicht einverstanden und meint, schliesslich haben wir ja auch ständig eure Bohnengerichte ohne Murren den Hals hinuntergedrückt. Oje, das kann jetzt länger dauern. Ich verziehe mich dann mal in die Kabine.

Der letzte Bericht folgt demnächst.
Auch ganz unterhaltsam sind Dänu's letzte Beiträge (s. Link Dänu's Forum).

Thomas

Name: Elefanten Treiber
Verschickt: 05.02.2010 15:42:04

Hoi zaeme,
wie ihr feststellen koennt, habe ich auf dieser Tastatur keine Umlaute und dies bedeutet... Richtig, ich befinde mich wieder auf dem afrikanischen Kontinent.

Was in der Zwischenzeit geschah:

Mi. 13.01. - Sa.16.01.10

Ich arbeite in Basel an der Messe Swissbau und Daenu kaempft sich in Egypt hoch bis Alexandria (siehe oben: Daenu s Forum).

Mo. 18.01.10
Heute soll der Transporteur aus Libyen dort eintreffen (Daenu ist inzwischen in Alex angekommen), der unsere Maschinchen durch Libyen nach Tunesien bringen soll (Als Schweizer ist die Einreise nach Libyen momentan ja leider etwas schwierig). Er kommt aber nicht, da er anscheinend keinen Platz im Flugzeug bekommen hat. Wieso er mit dem Flieger kommt, ist mir eigentlich nicht so klar denn organisiert wird das alles ueber unseren libyschen Freund Atia in Bern.

Di. 19.01.10
Ich bin schon wieder mitten in der Buez und der Spediteur wird nun gemaess Atia morgen in Alexandria erwartet. Von Daenu erfahre ich, dass bis zu seinem Eintreffen in Alex; irgendwer an meinem Toeff rumgespielt hat. Die Kupplung ist im Eimer. Super! Also los zu Kiwi und neue Kupplungsscheiben besorgen, in der Hoffnung, der Schaden koenne so behoben werden.

Mi. 20.01.10
Der Spediteur ist da und hat sich mit Daenu getroffen. Da gibt es nur das kleine Handycap der Kommunikation. Der gute Mann spricht nur arabisch und so laeuft die Verstaendigung via Atia in Bern. Nun muessen diverse Papiere besorgt werden. Dummerweise habe ich die aegyptische Zulassung mitgenommen. Zum Glueck reicht eine Fotokopie; die ich eingescannt an Daenu schicke. Ich habe bereits meinen Flug nach Tunesien fuer morgen Do. gebucht wo wir dann die Toeffs am Freitag wieder entgegen nehmen sollen.

Do. 21.01.10
Den Flug muss ich verschieben, da die Muehlen der Behoerden in Aegypten langsam mahlen und Daenu schon bald die Krise kriegt.
Er rennt von Pontius zu Pilatus und fuer jedes Papier braucht es zwei andere. Daenu hat nun Zeit, seine Eindruecke der letzten Tage im Forum niederzuschreiben. Auch ich sitze quasi auf standby und harre der Entwicklung in Aegypten.

Fr. 22.01.10
Es gibt nicht viel Neues, ausser dass ich meinen Flug erneut verschieben muss. Die naechste Maschine geht am Sonntag. Ich sitze zwischen Stuhl und Bank. Heute ist in muslimischen Laendern halt Sonntag. Es ist nun auch geschaeftlich fuer mich muehsam Termine zu planen.

Sa. 23.01.10
Aus Aegypten nichts Neues. Also Flug wieder verschieben.

So. 24.01.10
Jetzt geht wieder etwas. Leider nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Die Aegypter wollen beglaubigte Papiere weil ich nicht vor Ort bin. Nur weiss ich noch nicht genau, was das bedeutet. Daenu meint einfach; ein Papier mit mind. 20 Stempeln und alles offiziell.

Mo. 25.01.10
Den Flug am Dienstag kann ich gleich mal wieder verschieben. Ich telefoniere mit der aegyptischen Botschaft in Bern. Nun geht es richtig los. Eine Zulassungsbestaetigung, Passkopie und Vollmacht, auf den Namen des Spediteurs und beglaubigt heisst: Stempel eines Notars, Stempel der Staatskanzlei des Kantons und...Beglaubigung der aegyptischen Botschaft in Bern. Das Ganze funktioniert selbstverstaendlich nur mit den Originalen, also nix via Fax oder Mail und so.

Di.26.01.10
Jetzt also los zum Strassenverkehramt, Notar und dann zur Staatskanzlei nach Zuerich. Zum Glueck kann ich die Rennerei mit meinen geschaeftlichen Terminen verbinden. Das Paket nun nach Bern schicken und hoffen, dass es dort auf der Botschaft rasch bearbeitet wird.

Mi. 27.01.10
Wieder mal wird mein Flug verschoben. Mittlerweile kenne ich den Flugplan nach Tunesien auswendig. Die Botschaft hat die Papiere erhalten und sichert mir eine rasche Bearbeitung zu, was immer das auch heissen mag.

Do. 28.01.10
Der Spediteur wird langsam ungeduldig und draengelt schon. Er habe nicht soviel Zeit und der LKW mitsamt Chauffeur steht still. Nun muessen auch in diesem Punkt neue Verhandlungen gefuehrt werden. Daenu braucht ebenfalls Nerven und ausserdem geht ihm die Warterei auf den Wecker. Er hatte zwischenzeitlich sogar eine Auseinandersetzungen mit dem Waechter in der Tiefgarage wegen der Bezahlung.

Fr. 29.01.10
Die Papiere der aegyptischen Botschaft sind per Post wieder bei mir eingetroffen. Sofort wird alles eingescannt und an Daenu per Fax und Email geschickt. Dann die Nachricht, die ich nicht hoeren wollte. Die Papiere muessen den Aegyptern im Original vorgelegt werden. Ich erkundige mich also bei DHL. 3 Arbeitstage Lieferzeit mindestens, also nicht vor naechstem Mittwoch dort. Das dauert zu lange, eine schnellere Loesung muss her. Die naechste Maschine nach Kairo fliegt am Sonntag ab Zuerich.

Sa. 30.01.10
Nun ist der Plan, die Dokumente einem Fluggast nach Kairo mitzugeben. So warten wir und versuchen den Spediteur bei Laune zu halten. Dem reicht es nun aber und er verlangt USD 1000 zusaetzlich fuer die Warterei.

So. 31.01.10
Ich stehe um 08 Uhr am Flughafen. Das Bloede ist nur, die Check-in Schalter sind nicht mehr mit einer Destination bezeichnet und so bleibt mir nichts anderes uebrig, die Flugpassagiere vor der Passkontrolle anzuquatschen ob sie nach Kairo fliegen. Tatsaechlich gelingt es mir, einen Aegypter mit Schweizer Pass fuer den Dokumententransfer zu gewinnen. Wir tauschen die Handynummern und alles scheint zu klappen. Doch dem ist leider nicht so. Als der Flieger naemlich in Kairo landet, schreibt mir Daenu, dass unser Bote nicht an Bord sei. Und tatsaechlich ruft mich dieser dann auch eine Minute spaeter an. Er hatte ein Problem mit dem Ticket und wurde nicht durch die 2. Passkontrolle gelassen. Als er dann alles soweit geklaert hat, war der Flieger weg. Die Swiss hat ihm dann einen neuen Flug fuer Dienstag angeboten. Also hole ich die Papiere am Abend bei ihm zuhause wieder ab.

Fortsetzung folgt...

Thomas




Name: Daenuu
Verschickt: 03.02.2010 20:19:12

Hi Frank
deine Fahrzeuge stehen ja in Kenia, ist also eine kurze Sache zum Uebersetzen. Oder fahre runter die Farm anschauen, die du doch nicht willst, Ende Jahr checken wir dann in Indien ein, bin dabei, mein Entschluss steht zu 99%. In diesem einen restlichen Prozent ist nur noch der Job, meine Freunde und Familie, die offenen Rechnungen, gerissener Rahmen, Kleinigkeiten halt. Komme bei schneefreien Strassen in Kuerze mal vorbei zu einem oder zwei Bierchen oder so. Mittlerweile bestelle ich hier in den mir bekannten Restaurants nur noch Whisky Cola, hat aber noch nie geklappt mit der Lieferung. Ich mag keinen Tee mehr trinken. Tee zum Fruehstueck, den ganzen Tag hindurch, bei den Fussballfeiern anlaesslich des Egyptischen Gewinns des Afrikacups, Tee.
Gruss
Daenuu

Name: African desert riders
Verschickt: 02.02.2010 23:57:57

Hallo mitenand, wieder mal gibt es einige Zeilen mit unseren Erlebnissen auf dem schwarzen Kontinent.
Neue Bilder gibt es dann wieder am Wochenende.

...und denkt immer daran: Der nächste Sommer wird kommen, brrrr, schlotter, klapper!

Thomas

So. 10.01.10
Nun geht der Wettlauf gegen die Zeit los. 1200 Km bis Alexandria und von dort wieder 250 Km zurück nach Kairo innert 2 Tagen, ohne Autobahn und mit diversen Polizeikontrollen unterwegs warten auf mich. Nach einem Frühstück bestehend aus Falafel und Kaffe in der nächsten Seitengasse machen wir uns um 8 Uhr auf den vorerst letzten gemeinsamen Weg bis Luxor. Die Idee ist, westlich des Nils die Route durch die Wüste zu nehmen da man hier nicht ständig durch Dörfer fahren muss. Wir fahren über den Staudamm auf die andere Seite und werden nach ca. 40 Km bei einer Polizeisperre gestoppt. Die Polizisten erklären uns höflich, dass diese Route nur für Einheimische befahrbar sei und für Touristen nicht zulässig da zu gefährlich. Dänu platzt der Kragen, wendet und brettert mit mind. 130 Sachen zurück in Richtung Assuan Staudamm. Dabei hat der Gute in seiner Wut übersehen, dass kurz vor der Sperre eine Strasse rechts rsp. nun links weg von der Hauptroute und zurück über den Nil führt. Ich bin im Clinch. Hier auf Dänu’s Rückkehr warten, abbiegen und Dänu sich selbst überlassen oder ihm nachzufahren und damit 80 Mehr- Kilometer über Assuan und damit nochmal quer durch die ganze Stadt, in Kauf zu nehmen. Sch….. drauf, hinterher aber sauer bin ich schon. Das hätte nicht sein müssen, zumal mir die Zeit davonläuft. Als wir dann später weit nach Assuan, mittlerweile natürlich am östlichen Ufer des Nils, an der Brücke vorbeifahren, schnallt er es auch. Wir fahren so zügig wie möglich die Strecke hoch bis kurz vor Luxor (arab.: El-Uqsor) . Nach der Mittagspause in einem richtigen Touristenlokal, wo wir übrigens unsere eigenen Getränkeflaschen auspacken da wir die Abzockerei mit Preisen für eine Cola wie in Zürich nicht mitmachen, trennen sich vorerst unsere Wege. Ich werde nun die Ost-Route dem roten Meer entlang in Angriff nehmen und Dänu wird sich westlich des Nils die Wüstenroute vornehmen. Sein Plan ist es, sich in einer Oase mit Omar, dem ägyptischen „Honda Afrika-Twin“ Fahrer zu treffen und dann weiter hoch zur „weissen Wüste“ mit ihren bizarren Kalksteinformationen (http://de.wikipedia.org/wiki/Farafra) zu fahren. Mein Ziel ist das berühmt, berüchtigte Hurghada. Die Strasse ist in einem Top-Zustand und führt von der Stadt Qena, ca. 200 Km nördlich von Luxor, in östlicher Richtung quer durch die Eastern Desert und durch die vorgelagerten Berge bis zum roten Meer. Die Abendstimmung in den Bergen ist fantastisch und ich schiesse einige nette Fotos während der Fahrt. Bei Einbruch der Dämmerung erreiche ich Safaga, das kleine Schwesterchen des Touristen-Molochs Hurghada. Kurz an die Tanke und dann die letzten 70 Km noch abspulen. Die Küste bei Hurghada gleicht einem Disney Land. Grauenhaft kitschige „Aladin-und-tausend-und-eine-Nacht“ Hotelbauten wechseln sich ab mit Shopping-Center Malls nach amerikanischem Konsumtempel Muster. Nach einer Ehrenrunde durch die Stadt checke ich im Hotel Beirut ein. Es ist mit $60 noch einigermassen bezahlbar, obwohl es direkt am Meer liegt und europäischen 3* Sterne Komfort aufweist. Als ich mein Gepäck vom Motorrad schnalle, werde ich von einem jungen Mann auf Drogen angesprochen. Das scheint hier ein florierender Markt sein. Unglaublich, seit langer Zeit sehe ich wieder einmal einen Duschvorhang und Klopapier im Bad. Ich geniesse ein herrliches Abendessen und falle nach den heutigen 600 Km müde in mein komfortables Bett. Es soll morgen sehr früh wieder losgehen.
Bericht 11. Woche / Mo. 11.01.10
Nach einem sehr ausgiebigen Frühstück starte ich den Motor um acht. Richtung Suez nehme ich die ersten der geplanten heutigen 750 Kilometer unter die Reifen. Es ist erschreckend, wie die ganze Küste kilometerlang mit Ferienanlangen zugekleistert wird. Kurz vor Suez schwenke ich auf die Autobahn nach Kairo ein. Dreispurig und für 1 US Dollar Gebühr geht es wieder westlich durch die Wüste. Es gibt praktisch keinen Verkehr und so komme ich mit 120 Sachen gut voran. Am späteren Nachmittag erreiche ich Kairo und verfahre mich erst mal richtig. Ich lande auf dem Ring, auf dem es schlichtweg ums nackte Überleben geht. Dieser führt vierspurig um die Stadt wobei etwa sieben Spuren genutzt werden. Jeder überholt hier jeden und das mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 100 km/h, wobei dabei noch Fussgänger von beiden Strassenseiten durch das Chaos versuchen auf die andere Seite zu gelangen. Erst mal bis zur Mitte und dann noch mal über die nächsten vier Spuren. Es gibt nur eine Methode nicht auf der Haube einer Blechbüchse zu landen. Schneller sein als die blechernen Bürgerkäfige und dabei durch die Lücken zu schlüpfen wo ein Auto oder ein Lieferwagen weder links noch rechts an dir vorbei kommt. Ein unerwarteter Schwenker eines anderen Verkehrsteilnehmers kann Dich unter die Räder eines anderen bringen. Systembedingt macht das aber keiner, da du nie sicher bis wer gerade versucht, an dir vorbeizuziehen. Ich schaffe es, aus der Stadt zu kommen und die richtige Autobahn nach Alexandria zu erwischen. Etwa 70 Km vor Alex verabschiedet sich die Sonne vom Tag. Jetzt wird es langsam echt gefährlich, da nun auch die Löcher in der Strasse nicht mehr für mich erkennbar sind und man Abblendlicht am Fahrzeug hierzulande schlicht weg nicht kennt. Ich suche mir also einen schnellen Vorfahrer und klemme mich mit einem Sicherheitsabstand von einigen Metern an seine Rücklichter. Alex ist ebenfalls eine Millionenstadt ganz oben am Mittelmeer gelegen. Ich frage mich durch und ausser den Verkehrspolizisten auf einer Kreuzung kann mir jeder Passant sagen wo es lang geht. Ich finde die Adresse, wo ich mich mit Ayman treffen soll. Er ist ein Freund unseres libyschen Freundes Atia in der Schweiz, der hier eine Ferienwohnung besitzt und einen sicheren Platz für meinen Elefanten. Ayman spricht nur ein paar Brocken Englisch und organisiert seinen Bruder Islam. Nach einer Runde Tee begleitet mich Islam im aus den 70ern stammenden Lada Taxi zum Bahnhof. Es ist bereits 22 Uhr und ich löse für 10 Franken ein 1. Class Ticket für die 230 Kilometer bis nach Kairo. Der Zug bietet bequeme und verstellbare Einzelsitze und ich nicke bald ein. Der Boy vom Getränkewagen weckt mich 10 Min. vor der Ankunft in Kairo. Noch vor meinem Nickerchen hat mir Moni, meine Frau im Internet ein Hotel in der Nähe des Bahnhofs rausgesucht. Der erste Taxifahrer will mich abzocken und so laufe ich die ersten 100 Meter zu Fuss. Es klappt dann doch noch mit dem 2.Taxi und ich schlage 10 Min. später vor dem Hotel auf. Es ist 1 Uhr morgens und ich schreibe schnell noch eine SMS an Dänu, der mittlerweile seine Sonderbewilligung für die Fahrt durch die Wüste in Luxor erhalten hat und irgendwo im Sand sein Lager aufgeschlagen hat.
Di. 12.01.10
Um 07 Uhr gibt es einen Kaffee und ein knautschiges Brötli mit einer süssen Masse, die als Marmelade dienen soll. Isam, mein Fahrer ist bereits eingetroffen und bereit, mich quer durch die Stadt zum Flughafen zu fahren. Also die trockenen Brotkrümel runterspülen und los geht es. Während der Fahrt beschleicht mich eine erschreckende Erkenntnis. Mann, du warst gestern wirklich selber auf zwei Rädern inmitten diesem Chaos. Unterwegs lerne ich von Isam, ein junger Typ so Mitte 20, einige Wörter auf Arabisch. Mal sehen, wie lange ich die dann auch behalten kann. Zwischendurch macht mich Isam auf Touristenattraktionen entlang der Strecke aufmerksam und zeigt mit dem Finger auf wichtige Gebäude und Einrichtungen. Rasch merkt er dann aber auch, dass ich nicht so der Tourist vom Typ „Oh, davon muss ich aber unbedingt ein Foto machen“, bin. Eine halbe Stunde später sind wir am Flughafen. Nun nur noch den richtigen Check-in Schalter finden und die folgenden 20 Passkontrollen und Sicherheitschecks über mich ergehen lassen. Geschafft, ich sitze in der Maschine der EgyptAir und bin 4 Stunden später in Genf. Meine Sitznachbarin Jerry, ist eine sehr interessante Gesprächspartnerin während des Fluges. Sie ist Schweizerin und seit 10 Jahren mit einem Ägypter verheiratet. Daher pendelt sie oft zwischen den beiden Ländern. Wir unterhalten uns über die Schweiz und den Rest der Welt. Die Alpen unter uns sind schneebedeckt und über dem Genfer-See liegt schwer das Nebelmeer. In Genf angekommen, trifft mich erst mal der Kälteschock. Das ist ja ein absolut lebensfeindliches Klima hier. Wie kann man es hier nur einen ganzen Winter lang aushalten, brrrrr. Ich steige in den Schnellzug nach Zürich und bin völlig von den Socken, als ich durch den Blick aus dem Fenster realisiere, dass wir bereits abgefahren sind. Kein Rütteln und Ruckeln. Nicht einmal irgendwelche Unebenheiten der Gleise sind zu spüren. Und schon ertönt im Lautsprecher die Stimme einer Dame, die in drei Sprachen die nächsten Stationen und Anschlüsse durchsagt. Ojeh, die Perfektion der Schweiz trifft mich mit voller Härte. Die verzuckerte Landschaft fliegt an mir vorbei. Was für ein Kontrast zu der Welt in der ich heute Morgen noch erwacht bin. Apropos erwacht, viel Schlaf habe ich mir in den letzten Tagen nicht gegönnt uns so nicke ich ein. Moni überrennt mich fast vor Freude als ich im HB Zürich ankomme. Ich muss aber erst einmal mit meinem Kopf ankommen und brauche doch noch eine ganze Weile, bis ich mich wieder innerlichen Zugang zu den Themen habe, die hier in meinem familiären Umfeld gerade aktuell sind. Von Dänu erfahre ich gerade noch per SMS, dass er sich mit dem Töff mitten in der Wüste auf einer Anhöhe hingelegt hat und er nicht darum kam, das komplette Gepäck zu demontieren um die Maschine wieder auf die Räder zu kriegen.

Name: Frank
Verschickt: 02.02.2010 20:46:06

Daenu's Wünsche
he, ich wär debi, nur dauert es noch minimum einen Monat bis ich mein Bein soweit wieder gebrauchen kann. Ausserdem wollte ich ja noch nach Südafrika, wollte da noch ne Farm wo zum verkauf steht anschauen, aber wie dänu schreibt, wir haben auch später noch Zeit zum alt werden. Mir geht's so weit gut, ich laufe schon ohne Stöcke in der Gegend rum, kann ja nicht einfach die ganze Zeit auf dem Sofa rumsitzen, und da ich ja in der Villa Wahnsinn wohne hat es hier ja immer etwas zu tun. Ich will nächstens mein Pizzaofen in Betrieb nehmen, der wartet schon ein halbes Jahr drauf. Wir müssen noch abwarten und schauen wenn unsere Reise weitergeht, Anneliese muss da ein paar Sachen klären Jobmässig.
Aber es ist so weit klar das wir unsere Reise fortführen werden.
Lieben Gruss und Geduld bei den Egypt's
Frank

Name: Daniela Häderli (Armstrong)
Verschickt: 24.01.2010 21:19:20

Sali Tomy,
wau.... SUPER!!!
Da komme ich ja, vor lauter lesen gar nicht mehr vom PC weg... und es packt mich gleich wieder das Fernweh. Durch die Fotos und Berichte kommen mir die diversen Stimmungen der Wüste, die grandiose Landschaft, das stimmengewirr und die Düfte der Märkte förmlich entgegen... ich tauche völlig ein..
An guete Rescht vo dä Afrika-Reis und kommt heil heim – as liebs Grüessli Daniela

Name: mam
Verschickt: 24.01.2010 10:41:07

hallo ihr beiden wüstensöhne

hab wieder mal die berichte gelesen wirklich super und die bilder dazu ihr habt so viel erlebt und gesehen man wird direkt neidisch kommt noch
gut nach hause und erschreckt nicht vom lärm
schnee und unserem land. liebe grüsse

Name: Elefantentreiber
Verschickt: 23.01.2010 16:38:22

Hoi zäme, hier wieder eine Folge des auf einer wahren Geschichte basierenden Fortsetzungsromans. Viel Spass und die Bilder dazu gibt's auch schon demnächst.

Thomi + Dänu

Do. 07.01.10
Wir befinden uns mitten auf dem riesigen Stausee mit einer Länge von über 500 Kilometern. Unsere Mitreisenden berichten uns, dass wir am frühen Morgen an Abu Simbel vorbeifuhren. Dazu die Beschreibung aus Wikipedia:

Die Tempel von Abu Simbel, der große Tempel zum Ruhm Ramses II. und der kleine Hathor-Tempel zur Erinnerung an Nefertari, dessen Großer königlicher Gemahlin, stehen seit 1979 auf der Weltkulturerbeliste derUNESCO. Sie erheben sich nach einer Versetzung in den 1960er Jahren heute auf einer Insel im Nassersee, die an der Nordwestseite durch einen befahrbaren Damm mit dem Ort Abu Simbel verbunden ist.
Die Nacht war für uns trotz viel Lärm in den Gängen, um einiges angenehmer als für unsere Kollegen an Deck. Die Verpflegung an Bord ist gut aber wenn man empfindlich ist, sollte man den Blick in die Kombüse vermeiden. Wir erreichen gegen Mittag Aswan. Das heisst nicht ganz, denn zuerst wird an einem Felsen ausserhalb des Hafens angelegt und der Zoll kommt an Bord und bringt die Leute vom Gesundheitsamt gleich mit. Alle Beamten tragen Gesichtsmasken so dass man sich irgendwie wie auf einem Seuchenschiff vorkommt. Nun muss jeder mit seinem Pass durch den im Restaurant eingerichteten Checkpoint geschleust werden. Das kann dauern und wir ziehen uns für ein Nickerchen in unsere Kabine zurück. Nach geschlagenen zwei Stunden kommen dann mal die Europäer dran. Das Joch der Bürokratie haben wir auf unserer Reise bislang nicht gross ertragen müssen. Wie es nun scheint, bekommen wir nun in Ägypten die volle Ladung an die Backe. Nun geht es erst richtig los. Die Fähre legt gegen 15 Uhr im Hafen an. Eigentlich sollten wir die ersten sein, die das Schiff verlassen, da wir ja mit den Bikes genau zwischen Ein- und Ausgang stehen. Die Logik der Ägypter funktioniert da aber ganz anders. Zuerst wird nämlich die Ladung gelöscht, wie das im Fachjargon heisst. Also werden die gesamten Güter sowie die restlichen Esswaren an allen auf den Gängen und Treppen wartenden Passagieren vorbei vom Schiff gebracht. Danach schleppen sich die Menschen mit ihrem Gepäck an den Töffs vorbei nach draussen. Gegen 17 Uhr dürfen dann auch wir das Schiff verlassen. Jedoch nur die 100 Meter hinauf bis zum Zoll. Dort ist für heute Endstation denn die Formalitäten können heute nicht mehr erledigt werden. So fädeln wir uns durch das Zoll-Prozedere mit Handgepäckkontrolle und Metalldetektor und nehmen alle gemeinsam ein Taxi (Peugeot 504 Kombi, Jg. 1974, mit 7-9 Plätzen) zum Yassir Hotel, welches uns von einem Engländer empfohlen wurde. Wir treffen uns alle zum Abendessen unten am Nil und geniessen wieder mal ein richtiges Bier, das jedoch egal welche Marke auch draufsteht, immer von Heinecken kommt. Am Nebentisch wird gesungen und gefeiert. Es sind Nubier, die ihre Kultur pflegen und sich gar nicht als Araber oder schon gar nicht als Ägypter sehen (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Nubien). Mit Tränen in den Augen erzählt mir einer von ihnen die jüngere Geschichte des nubischen Volkes und die Aufteilung Nubiens durch die Briten zwischen Sudan und Ägypten.

Fr. 08.01.10
Die Moslems haben freitags ihren freien Tag und so bleibt uns nichts anderes übrig, als zu warten. Kamal soll uns dann morgen um acht mit dem Taxi abholen und uns durch den Behördendschungel führen. So hängen wir wieder mal einen Tag ab, obwohl die Zeit für mich drängt. Ich muss für eine Messe zurück in die Schweiz und buche deshalb schon mal den Flug für den 12. ab Kairo. Ich hoffe, morgen Nachmittag losfahren zu können, denn ich muss zuvor den Töff in Alexandria ganz im Norden des Landes parken und dann irgendwie zurück nach Kairo fahren. So liegen noch rund 1400 Km vor mir. Wir schlendern ein wenig durch die Gassen und wimmeln die überfreundlichen Strassenhändler ab. Dies klappt am besten mit Ignoranz. Zum Frühstück genehmigen wir uns ein frisch gegrilltes Poulet und Dänu bestellt uns Kaffee im Lokal nebenan. Als uns dieser serviert wird, verlangt der Kerl doch fünf ägyptische Pfund (CHF 1.-) pro Getränk von uns. Als Dänu meint, diesen Wucherpreis bezahle er nicht, schüttet der Kellner den Kaffee wütend auf die Strasse. Am Nachmittag besorge ich mir bei Vodaphone eine ägyptische SIM Karte und wir setzen uns anschliessend in ein Strassencafé. Um nicht wieder abgezockt zu werden, frage ich die Einheimischen am Tisch daneben, wo denn hier so die Preise für eine Cola und einen Kaffee liegen. „Coke 2, Coffee 1 Pound“ kommt die Antwort, nachdem die Jungs die Preisliste an der Wand studiert haben. Wir legen also 3 Pfund bereit und rufen den Kellner. Er sieht uns lächelnd an und meint dann, dass da noch 3 Pfund fehlen würden. Wir verneinen und verweisen auf die in arabischer Schrift und damit für uns nicht lesbar verfassten Preisliste an der Wand. Da meint der Kerl doch glatt, dass diese Preisliste nur für Einheimische gilt. Ich platze gleich und versuche ihm mit ruhiger Stimme meine Meinung zu sagen. Ich drohe ihm mit der Polizei. Worauf er wild gestikulierend meint, das sei kein Problem und wir könnten sofort hingehen. Im nächsten Moment kommt er aber auf uns zu, steckt Dänu die drei Pfund in die Hand und meint, wir sollen sofort sein Lokal verlassen. Dieser Aufforderung leisten wir natürlich gerne Folge. Wir gehen in ein italienisches Restaurant und geniessen dort fast schon richtige italienische Spaghetti und Maccaronis.

Sa. 09.01.10
Pünktlich um 08 Uhr steht das Taxi und Kamal vor dem Hotel. Es geht los und zwar zuerst zur Hauptstation der Strassenpolizei. Wieder zu siebt im Taxi sind wir froh, nach 20 Min. wieder aussteigen zu können. Nun werden wir erst mal registriert und zahlen dafür schon mal ein paar Pfund. Da wir von unseren Pässen Kopien benötigen müssen wir auf die andere Strassenseite. Es gibt in der ganzen Polizeistation zwar ca. 10 Schalter wie auf der Post aber keine elektronischen Helferlein. Wieso auch, man würde den 10 Leuten gegenüber, die ihre 10 jährigen Kopiergeräte entlang des Bürgerteigs aufgestellt haben und damit ihren Lebensunterhalt bestreiten, die Existenz streitig machen. Dann alle wieder zurück in die Polizeistation. Kamal führt uns um das Gebäude herum zu einem versteckten Schalter an der Südflanke der Station. Ohne ortskundigen Führer bist du als Fremder völlig aufgeschmissen, da ja auch alles wenn überhaupt, in Arabisch angeschrieben ist. Nun geht es weiter zum 15 Km entfernten Hafen zum Zoll. Da geht es nun darum, das Carnet de Passage abzustempeln. Das Prozedere verkommt jedoch zur Komödie, da der Beamte vermutlich mit dem einen ankommenden Schiff pro Woche ziemlich überfordert ist, lässt er es gemächlich angehen. Das Lesen fällt dem Guten ohne eine Brille schwer. Den Pass 5 cm vor den Augen fragt er doch tatsächlich nach der Nationalität und dem Namen, kein Witz. Für das Abstempeln von fünf Carnets benötigt der Beamte lockere 2 Stunden. Dann folgt aber noch das Ausstellen der Quittungen für die geleistete Zollgebühr. Dänu dreht schon fast im roten Bereich. Nun geht es weiter zum „Strassenverkehrsamt“. Dort sollen wir einen Beamten abholen, der die Chassis- und Motornummern mit den Angaben im Carnet überprüfen soll. Nach einer weiteren halben Stunde Warten, fahren wir mit dem Herrn wieder zum Hafen zurück. Der hat nun den Job, ein Papier auf die Prägeschilder zu kleben und mit dem Bleistift drüberzufahren um einen Abdruck zu erhalten. Das Typenschild ist bei meinem Töff aber nur schlecht erreichbar. Ich komme nicht drum herum, die komplette vordere Verschalung zu demontieren. Die Zeit drängt, da wir zurück zur Polizeistation müssen um unsere Nummernschilder und die Fahrlizenz zu erhalten. Die schliesst aber heute um 14.30 Uhr. Zuerst müssen wir jedoch den Mann zurückfahren und ein Papier zur Bestätigung der rechtmässigen Nummern auf dem Strassenverkehrsamt in Empfang nehmen. Im Hof der Polizeistation befindet sich in einem Bretterverschlag auch die Vertretung der Versicherung, welche unsere Policen gerade noch vor Büroschluss auf die Durchschlagsformulare kritzelt. Mit einer List schafft es Kamal, unser „Fixer“ die Polizisten zu einer Überstunde zu bewegen, sodass wir eine Stunde später tatsächlich im Besitz unserer Zulassung und ägyptischen Nummernschilder sind. Jetzt wie der Blitz wieder im Peugeot zum Hafen. 17 Uhr, die Schilder montieren und ab geht’s. So dachten wir uns, da haben wir aber die Rechnung wieder mal ohne unsere ägyptischen Freunde vom Zoll gemacht. Erst werden an der Ausfahrt die Taschen kontrolliert und dann noch eine die Standgebühr für die zwei Nächte berappt. Wir haben keine andere Wahl als zu zahlen, wenn wir die Maschinen raushaben wollen. Gegen 18 Uhr kommen wir nudelfertigmit den Bikes im Hotel an.

Name: Elefanten Boys
Verschickt: 20.01.2010 22:46:59

Hi, hier die Fortsetzung unserer Abenteuer im Sudan. Die dazugehörenden Bilder sind nun auch verfügbar.

Grüsse an alle
Töme u. Dänu

So. 03.01.10
Asaad hätte eigentlich um 04 Uhr aufstehen müssen um den Bus nach Khartoum zu erwischen aber ojeh, er hat verschlafen und ist nun sichtlich nervös. Sein Vater soll davon ja nichts merken, da er sonst wirklich „big problems“ hat. Er muss nun den Bus um acht nehmen und trifft natürlich einige Stunden zu spät in der Uni ein. Nach dem Frühstück, bestehend aus Tee und Keksen, machen wir uns langsam wieder reisefertig. Wir haben jedoch die Rechnung ohne Omran, den Bruder Asaads gemacht. Erst müssen wir noch mit ihm durchs ganze Dorf spazieren. Bei dieser Gelegenheit bekommt Dänu noch eine Lektion in Sachen Eselreiten (s. Bilder). Dann geht es weiter zum Bäcker und schliesslich dann in die Schule. Wir staunen nicht schlecht, was hier im Klassenzimmer abgeht. Beim Eintreten des Lehrers springen die Schüler auf und man würde einen Fussel fallen hören, so still ist’s im Raum. Mädchen auf der linken und die Jungs auf der rechten Seite. Wir besuchen die drei oberen Klassen, also 6. – 9. und bekommen die Gelegenheit, ein wenig europäische Geografie und Demografie zu unterrichten. Die Schüler sind sehr interessiert und stellen auch einige Fragen in Englisch. Am liebsten würde uns das ganze Dorf noch länger behalten. Die nächsten Einladungen zum Essen werden bereits wieder ausgesprochen. Und das sind hier in diesem Land keine leeren Worthülsen. Wir müssen nun jedoch wirklich los und die letzten 300 Km bis Wadi Halfa abspulen. Die eher langweilige weil praktisch eben und gradlinig verlaufende Teerstrasse, führt als Entschädigung durch eine pittoreske hügelige Wüstenlandschaft, die sich in Farbe und Formen immer wieder verändert (s.Bilder). Die Sonne ist verabschiedet sich bereits, als wir in Wadi Halfa eintreffen. Vor diesem Ort am Nasser Stausee haben wir bislang nichts Positives gehört. Umso mehr sind wir überrascht, als wir durch eine Kleinstadt fahren, die Teerstrassen, eine Tankstelle und mehrere Hotels zu bieten hat. Wir checken in einem einfachen, wie meistens ebenerdigem Hotel ein, wo wir die Töffs neben der Rezeption parken können. Die Zimmer gleichen zwar eher einer Gefängniszelle bei uns vor 100 Jahren aber für umgerechnet CHF 1.40 pro Person und Nacht kann man ja auch nicht viel verlangen. Wir lernen Magdi kennen, der hier für die Touris den Organisator betreffend Ein- und Ausreiseformalitäten macht. Er macht auf uns einen seriösen und sympathischen Eindruck, so vertrauen wir Ihm unsere Pässe an uns beauftragen ihn auch gleich mit der Buchung einer Kabine auf der Fähre über den Nasser Stausee nach Ägypten. Dann stürzen wir uns auch sogleich ins „Nachtleben“ und finden hinter dem Marktplatz eine kleine Ansammlung an Restaurants mit erstaunlich vielfältigem Angebot d.h. also eine Auswahl zwischen A und B mit oder ohne Suppe. Es schmeckt uns wieder einmal ausgezeichnet und mit einem Schluck Nilwasser zur Abrundung sind wir soweit, dass wir uns im „Garten“ des Lokals gegenüber (das Leben findet hier auch im Winter draussen statt), die erste Wasserpfeife (Tabak mit Apfelaroma) dieser Reise genehmigen können. Allerdings brennt die Holzkohle oder eher Steinkohle so mies, dass Dänu nach mehreren Versuchen mit Anpusten und Auftürmen der Kohle- Stückchen auf der Alufolie (Experten wissen, was gemeint ist), entnervt das Handtuch schmeisst und lieber zur Cigi greift. Mit einer 2Lt. Flasche braunem Sprudel unter dem Arm machen wir uns auf den Weg zurück zum Hotel.

Bericht 10. Woche / Mo. 04.01.10
Da die Fähre erst am Mittwoch fährt, haben wir nun in paar Tage „frei“ um uns die Gegend ein wenig anzusehen und die Bikes (ehem, es ist ja vor allem wieder das von Dänu) zu pflegen. Wir finden dann auch sogleich nach etwas rumfragen eine Autogarage in einem Hof. Dort werden wir allerdings an die Schlosserei, zwei Steinwürfe weiter verwiesen. Der Rahmen an Dänu’s Kiste ist mal wieder fällig und der Ölfilter leckt auch schon wieder. Zwei Stunden später hat Dänu wieder Freude an seinem Elefäntli und will sogleich eine Spritztour durch die Gegend unternehmen. Ich ziehe mich dann mal ins Büro zurück und erledige den Elektronikkram. Als ich so in der Lobby auf meinem Töff sitzend die Tagesberichte in den Läpi, der zu diesem Zweck am Bordnetz hängt, hämmere steht da ein mir bekanntes Gesicht plötzlich im Türrahmen. Omar unser Africa-Twin fahrender Ägypter, den wir noch aus Nairobi (Jungle Junction Lodge) kennen. Er sei gerade eingetroffen und nudelfertig. Als Dänu zurückkehrt, nehmen wir uns noch kurz meinen schlecht montierten Vorderreifen vor. Ausbauen, Luft raus und das Felgenbett inkl. Reifenflanke mit Seife und Wasser entsprechend behandelt dass beim erneuten Aufpumpen, der Gummi von selber den richtigen Weg in sein Bettchen findet. Und siehe da, nichts holpert mehr. Den Abend verbringen wir wieder in unserer Stammbeiz beim Marktplatz. Heute Abend ist das Schiff aus Assuan eingetroffen. Die Beizen sind rammel voll, auch die mit den überteuerten Preisen und in der Hotellobby stapeln sich die Reisetaschen von Reisegruppen aus aller Herren Länder.

Di. 05.01.10
Wir können es auch heute ganz gemütlich angehen lassen. Die Formalitäten erledigt Magdi für uns und so haben wir genügend Zeit, noch ein wenig durch Städtchen zu cruisen. Wir versuchen, ins Hafengelände zu kommen um uns dort mal umzusehen. Aber no way. Das Wachpersonal schickt uns mit einem freundlichen „we arre Sorrry“ wieder zurück. Dänu besorgt sich noch mal eben ein neues Radlager für sein Hinterrad, was bei einem japanischen Bike in dieser Region ein Ding der Unmöglichkeit wäre. Die Mechaniker spüren gleich Dänu’s fachliche Kompetenz und können sogar von ihm etwas lernen. So muss er nur die Kosten für das Radlager berappen, die Arbeit für den Einbau sei unter Kollegen umsonst. So neigt sich ein eher ruhiger Tag dem Abend zu. Der Ort hat sich im Laufe des Tages nun spürbar mit ausländischen Touristen und Einheimischen reisewilligen gefüllt.
Die gemeinsame Grenze zwischen dem Sudan und Ägypten hat eine Länge von ca. 1500 Km und einen legalen Grenzübertritt. Die Fährverbindung über den Nasser- Stausee. Im Hotel treffen wir auf jammernde Touristen, die die Überfahrt als sehr spezielle Erfahrung beschreiben. Auch von anderen Reisenden haben wir unterwegs einige Statements zu dieser Fährverbindung erhalten und sind froh, eine Kabine für uns gebucht zu haben, denn die meisten Passagiere schlafen dann nachts irgendwo auf den Decks am Boden. Offiziell dauert die Überfahrt 18 Stunden aber alles läuft nach dem Motto „Inshallah“ (Sofern es Allah gefällt).

Mi. 06.01.10
Heute soll es losgehen. Um 13 Uhr sollen wir mit den Töff‘s unten beim Hafen sein. Gesagt, getan stehen wir mit Vollpackung vor der Abfertigungshalle. Magdi ist bereits auf Platz und weist uns an wo wir hin sollen. Alle sind vor Ort. Billy und Claudine aus Südafrika die wir das erste Mal in Khartoum getroffen haben sowie Omar, den wir seit Nairobi kennen. Also stehen vier Maschinen bereit zum Entern der Fähre. Erst heisst es mal in der Halle warten und wir nutzen die Zeit für einen Imbiss. Dann geht es plötzlich hauruckartig los. Mindestens fünf Formularzettel später, wo übrigens immer das gleiche eingetragen werden muss und 10 Beamten hintereinander der Pass gezeigt wurde, sind mit den Formalitäten innert einer Stunde durch. Witzig ist, dass mein Rucksack, den ich am Rücken trage durchgecheckt wird und mit einem Sticker gekennzeichnet wird. Nur, das gesamte restliche Gepäck auf dem Töff interessiert keine Sau. Nun sollen wir schnell den staubigen Weg zur Fähre hinunterfahren um dann noch mal mind. eine Stunde zu warten bis alle 400 Passagiere mit kleinen Bussen à je 30 Personen zur Fähre gekarrt werden. Dazu noch etwa 5 LKW Ladungen mit sonstigen Gütern, die mit mind. 40 jährigen Bedford’s zum Schiff gebracht werden. Wenn ich mir die sehr provisorisch wirkende Rampe mit diversen Absätzen und Kanten so betrachte, wird die Verfrachtung der Bikes noch echt Spass bringen. Man stelle sich in etwa ein grösseres Passagierschiff in der Schweiz vor, bei dem der Einstieg jedoch etwas noch drei Meter über dem Wasser liegt. Nachdem jeder von uns vier Fahrern dann diese Kür mit mehr oder weniger Punkten und Beifall der Zuschauer auf den Decks hinter uns gebracht haben stehen wir erst auf einer schwimmenden eisernen Plattform vor der seitlichen Schiffstüre und warten hier noch mal eine gute Stunde mit den Maschinchen. Plötzlich bricht Hektik aus, der Sicherheitsmann macht auf Stress und wir sollen nun sofort reinfahren. Nun bricht das Chaos aus, denn die Mannschaft ist sich über die Parkpositionen der Töff’s überhaupt nicht einig. Passagiere beschweren sich lauthals, dass wir im Weg stehen aber es gibt momentan kein vor und kein zurück. Ich stehe mit dem Elefanten an der rechten Wand beim Eingang angelehnt und Dänu an der linken. Ein Abstellen auf den Seitenständer (links) ist schlichtweg nicht möglich, da noch immer Leute den Eingang passieren und das sowohl hinein als auch wieder hinaus. So stehe ich, bzw. hocke satte 2 ½ auf meinem Gerät.. Dänu löst mich ab damit ich mein Gepäck in unsere Kabine bringen kann. Bis die Luke endlich geschlossen wird, vergeht noch mal eine gute Stunde. Gegen 19 Uhr legen wir doch tatsächlich ab. Da sich unsere Kabinentür nicht schliessen lässt, baut Dänu mit meinem Drahtschloss zwischen Schranktüre und Türgriff eine funktionierende Sicherheitsvorrichtung. Auf den Decks richtet man sich auf eine kühle Nacht ein. 20 Std. Fahrt liegen vor uns.

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Pfingstausflug



Brunch bei Töffan